Unterstützung für Malawi / Volunteering in Malawi
Im Frühjahr 2009 arbeiteten Christa und Günter Schlager, zwei österreichische Gymnasiallehrer, während eines Aufenthaltes in Malawi in drei unterschiedlichen AIDS-Hilfeprojekten. Ihre persönlichen Briefe und Berichte über die Situation an der HIV/AIDS Front in Malawi stehen im Mittelpunkt von zwei Beiträgen im IH Berlin PROLOG Newsletter. Im Folgenden lest Ihr den ersten Teil, dem in acht Wochen der zweite Teil folgt.
Bangwe/Malawi, 4. April 2009
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Wie im ersten Mail schon angekündigt, haben wir nicht so oft Zugang zu einem Internetanschluss. Das Büro von •GAIA (Global Aids Interfaith Alliance) ist im Umbau, daher nicht benutzbar. Wir haben jetzt einen Computer mit Drucker in unserem Zimmer im Guesthouse. Das ist zum Arbeiten sehr bequem, wir brauchen nicht ins Büro, können im Guesthouse bleiben und wirklich den ganzen Tag arbeiten, am Abend kochen, gelegentlich am Markt oder im Peoples Supermarket einkaufen und ansonsten haben wir hier wirklich alle Ruhe, um die Seminare zu erarbeiten.
Es geht uns ausgezeichnet, wir sind gesund und wohlauf. Mittlerweile haben wir uns gut eingelebt und so etwas wie einen Tagesablauf. Heute fahren wir mit dem Minibus noch nach Limbe auf den Markt, um uns für das Wochenende zu versorgen. Dieser Markt hat ein umfangreiches Angebot an Gemüse und Obst und ist zumindest für uns preislich günstig. Auffällig ist aber, dass selbst auf dem Markt relativ wenig Malawier einkaufen. Das ist ein Zeichen für die totale Armut, in der die meisten Menschen hier leben. Es gibt wenig qualifizierte Stellen mit einem entsprechenden Einkommen und Jobs wie Gärtner, Houseboy, Nachtwächter oder andere ‘Dienstleistungen’ bei den Begüterten sind unglaublich schlecht bezahlt. Mit 200 Kwacha (1 Euro) am Tag ist ein Nachtwächter noch gut bezahlt. 1 kg Reis, neben Mais das zweite Grundnahrungsmittel, kostet allerdings 150 Kwacha.
Vorigen Mittwoch sind wir mit Alice von GAIA in zwei Dörfern im Gebiet von Mulanje, dem Teeanbaugebiet von Malawi, gewesen. Eine wunderschöne Gegend, die grünen Teefelder, Berge, die bis zu 3000m hoch sind, Mais, Ananas, Guava, Gemüse wird angebaut, es regnet viel, die Erde ist rot und sonst alles voll mit den üppig grünen Teeplantagen, die im Besitz von weißen, zimbabwischen Großgrundbesitzern sind, die ihren Teepflückern 50 Kwacha am Tag zahlen.
GAIA arbeitet in den Dörfern mit HIV-positiven und aidskranken Menschen. An diesem Tag wurden Moskitonetze verteilt. GAIA ist sehr gut organisiert, Mitarbeiter in den Dörfern (Caretaker) hatten besonders Bedürftige schon ausgesucht, in Listen aufgeschrieben und dann wurde namentlich verteilt. Hunderte waren gekommen - Alte, Kinder, Frauen, wenige Männer – drei Viertel von ihnen HIV-positiv (nur die ganz Alten nicht). Wir sind den Dorf-Chiefs vorgestellt worden, die Frauen haben gesungen und getanzt (ein Klagelied, dass sie hier unter diesen Bedingungen leben müssen), viele haben sich bei uns bedankt, dass wir zu ihnen kommen. Das war sehr bewegend, berührend und auch ganz alltäglich – Leben mit HIV, Armut und Würde der Menschen. Niemand hier braucht Mitleid und Angst, aber Moskitonetze gegen die grassierende Malaria (ein Netz kostet 850 Kwacha), Medikamente gegen Tuberkulose, hochwertige Nahrungsmittel, Beratung, Aufklärung, Bildung. In diesen Bereichen arbeitet GAIA. Die Caretaker (ausschließlich Frauen in den Dörfern) werden von GAIA-Coordinatorinnen (examinierte Krankenschwestern, die hauptberuflich für die Organisation arbeiten) ausgebildet, betreut und versorgt.
Christa und ich halten vom 13. bis 18. April einen Workshop für die Coordinatorinnen (11 Frauen). Auf Wunsch der GAIA-Leitung sollen wir sie in Beratungstechniken und Verhaltensgewohnheiten trainieren. Das sind praktische Fähigkeiten, die diese Frauen in ihrer Tätigkeit selbst gut gebrauchen können und auch an die Caretaker weitergeben sollen, wenn sie diese trainieren.
In den vergangenen Tagen haben wir uns schon einen Eindruck über manche Lebensverhältnisse hier machen können, haben mit verschiedenen Menschen gesprochen, so dass wir das Gefühl haben, mit unserem Workshop auch auf die Wünsche unserer Auftraggeber eingehen zu können."
,,Unser Feind heißt HUNGER"
Blantyre, 14. April 2009
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Dutzende Kinder klatschen begeistert in die Hände, skandieren die Tage der Woche und die Monate des Jahres ebenso auf Englisch wie die Ziffern bis 100, bewegen sich, angeleitet von ihren caremothers zu Koordinationsspielen und singen mit ihren hellen Stimmen inbrünstig Refrains von Kinderliedern. Die Kinder sind zwischen zwei und acht Jahre alt, die älteren tragen vielfach ihre jüngeren Geschwister auf dem Rücken.
Alle sind wie jeden Tag in das kleine Zentrum am Rande des Townships Bangwe bei Blantyre gekommen. Allen gemeinsam ist, dass Vater oder Mutter oder beide Elternteile an Aids verstorben sind. Bestenfalls kümmern sich Großeltern oder Verwandte um die Waisen. Ganz oft ist jedoch in den neuen Aufnahmefamilien schlicht und einfach zu wenig zu essen vorhanden. Ohne die morgendliche Portion Likuni, einem Brei aus Sojamehl, Milchpulver, Zucker und Nüssen, und dem Teller Nsiema (Maisbrei mit etwas Gemüse) würden diese Kinder in ihrem Heranwachsen schwerste körperliche und geistige Schäden erleiden oder gar verhungern, erläutert uns Sister Edina, eine 68jährige katholische Ordensschwester, die für das ,,Orphans Care"-Programm der Erzdiozöse Blantyre arbeitet.
Seit Tagen sind wir mit ihr und ihren beiden jungen Mitarbeiterinnen Florence und Anny in Dörfern und Townships in der Umgebung von Blantyre unterwegs. Nach oft stundenlangen Fußmärschen erreichen wir die sehr einfachen Einrichtungen für die Kinder. Überall werden wir so wie in Bangwe empfangen. Edina und ihre Helferinnen lassen sich von den Caremothers berichten, kontrollieren die ordnungsgemäße Verwendung der gespendeten Lebensmittel, erkundigen sich nach der Gesundheit der Kinder. Die Kinder zeigen unter der Leitung der Caremothers (meistens zwei bis drei verwitwete Frauen aus dem
Dorf), was sie im vormittäglichen Lernprogramm zwischen den beiden Mahlzeiten gelernt haben. „Nahurung fürs Hirn“, heißt das in Sister Edinas Worten. Wir sehen es an der Begeisterung und dem Engagement der Kinder beim Spielen, Singen, Lesen, Schreiben und Lernen, wie wichtig diese Nahrungsaufnahme für sie ist. „Hunger is our enemy“, hören wir die Kinder singen. Als uns Sister Edina erklärt, dass für die meisten Kinder der Teller Nsiema zu Mittag die letzte Mahlzeit bis zur Portion Likuni am nächsten Morgen darstellt, verstehen und erfühlen wir, was Hunger bedeutet, so wie noch nie in unserem Leben.
Unterstützung für Aidswaisenprojekte in Malawi
Während unseres Aufenthaltes in Malawi haben wir drei Projekte kennengelernt.•
GAIA (Global Aids Interfaith Alliance) arbeitet in entlegenen Dörfern in der HIV-Prävention und Aidshilfe.
Sister Edinas „Orphans Care Project“ sichert die Ernährung von 1700 Aidswaisen im Raum Blantyre.
„Mikes Heart Home“, geleitet von Grace Chipondas, bietet vier bis sechs Aidswaisen ein Zuhause.
In jedem der drei Projekte konnten wir uns von der effektiven Arbeit persönlich überzeugen. In jedem der drei Projekte werden Spendengelder effizient verwendet. Wir haben vor Ort in den Projekten mitgearbeitet. Das ist eine Möglichkeit der Unterstützung. Einen einmaligen oder regelmäßigen, monatlichen finanziellen Beitrag zu leisten, ist eine andere sehr wirkungsvolle Möglichkeit, die Arbeit in diesen Projekten zu fördern und speziell den Waisenkindern eine menschenwürdige Zukunft zu sichern."
Sie können helfen mit einer monatlichen finanziellen Unterstützung in der Höhe von 5, 10 oder 20 Euro oder einer einmaligen Spende an:
Spenden für AIDS Waisen in Malawi
Raiffeisenbank Region Ried i.I. reg.Gen.m.b.H.
Bankstelle Neuhofen im Innkreis
IBAN: AT 20 3445 0001 0372 6742
BIC: RZOOAT2L450 (=Null)
- wie Otto
A-4912 Neuhofen im Innkreis, Hauptstraße 8
Tel: +43 7752 83141 77
Fax: +43 7752 83145
During a stay in Malawi in the spring of 2009, Christa and Günter Schlager, two secondary school teachers from Austria, worked on three different AIDS projects. Their personal letters and reports about the situation on the HIV/AIDS frontline in Malawi will be the focus for two articles in our newsletter.
Bangwe / Malawi, April 4, 2009
As we mentioned in our first email, it's not often that we can establish an internet connection. We can't use the GAIA offices as they are being renovated. We've managed to set up a computer and printer in our room at the guest house. It makes work easier as we don't have to travel to the office; we can stay at the guest house and spend the whole day working. We cook in the evenings, go shopping at the People's Supermarket from time to time and spend the rest of our time designing our seminars.
We're both doing really well. We’re healthy and in high spirits. We've settled in well and have developed something approximating a daily routine. Today we'll be taking the minibus to Limbe to do some shopping at the market and get things for the weekend. The market has a really wide range of fruit and vegetables and is pretty cheap – at least for us. It has struck us how few Malawians do their shopping at the market. This is one clear sign of the total poverty that a majority of Malawians suffer. There are very few jobs with decent wages for qualified people and jobs for gardeners, houseboys, night watchmen and other service sector jobs are offered with almost unbelievably poor rates of pay. A night watchman earning 200 kwacha (1 euro) per day is regarded as relatively well-paid. 1 kg of rice, alongside maize the second staple food for Malawians, costs 150 kwacha.
Last Wednesday we travelled to two villages in the tea-growing Mulanje region with Alice from •GAIA / Global Aids Interfaith Alliance. It's a wonderful area, with green tea fields, mountains up to 3,000 metres, maize, pineapple, guava, and vegetables growing everywhere, it rains a lot and the lush tea plantations, which are owned by large-scale, white Zimbabwean farmers who pay their tea pickers 50 kwacha per day.
GAIA works in villages with HIV-positive and AIDS infected people. On this day, mosquito nets were being handed out. GAIA is well-organised; its staff in the villages (caretakers) had already identified particularly vulnerable villagers and produced lists of those who should be given priority. Hundreds came – older children, women and a few men – three quarters of whom are HIV-positive (only the very old are not infected). We were introduced to the village chiefs and the village's womenfolk sang and danced for us. Their song was a song of lamentation for the fact that they have to live in these conditions. Many of the villagers thanked us personally for the fact that we came to visit them. It was extremely moving, touching and at the same time normal – life here with HIV, poverty and human dignity. No one here needs to have pity or fear, but they do need mosquito nets to protect them from rampant malaria (a net costs 850 kwacha), medicine against tuberculosis, high-quality nutrition, advice, education and information. And this is what GAIA is providing. The caretakers (all women in the villages) are all trained, mentored and looked after by GAIA coordinators (trained nurses who work for GAIA).
Christa and I held workshops for the coordinators (11 women) from April 13th to 18th, 2009. The GAIA management had asked us to focus on training counselling techniques and lifestyle and behaviour. The knowledge and practical skills these coordinators would need for jobs, as well as those they should pass on to the local caretakers, were also major topics.
Over the last few days we have been able to develop impressions of the living conditions for the majority of Malawians. We have spoken to lots of different people and have the feeling that the workshops we have delivered meet the requirements of our clients.
Hunger is our enemy
Blantyre, April 14, 2009
Dozens of children are enthusiastically clapping their hands, chanting the days of the week and the months of the year and shouting out the numbers from 1 to 100 – and all in English. They are moving, led by their caremothers in games to develop their coordination skills and ardently singing verses and refrains from children's songs. The children are all between 2 and 8 years old, the older children carrying their younger brothers and sisters on their backs.
They have all come, as they do every day, to this small centre on the outskirts of Bangwe Township near Blantyre. The one thing they all have in common is that they have lost either their mother or father, or both parents, to AIDS. In the best case, these orphans are cared for by their grandparents or relatives. Unfortunately, it is often the case that in their new families there is not enough food to provide for everyone. As we were told by Sister Edina, a 68-year-old Catholic nun who works for the Orphans Care Programme of the archdiocese of Blantyre, without their morning portion of likuni (a porridge made from soya flour, milk powder, sugar and nuts) and a plate of nsiema (pureed maize with vegetables), these children will suffer severe physical and psychological damage, or even starve.
We spent a few days with Sister Edina and her two young colleagues, Florence and Anny, in the villages and townships around Blantyre. We visit a number of very basic facilities for children in the area, often only after hours of walking. We are greeted everywhere as we were in Bangwe. Edina and her assistants receive reports from the local caremothers, check that the donated provisions are being distributed correctly and inquire about the health of the children. Under the supervision of their caremothers, two or three widowed women from their village, the children show us what they have learnt during the morning school session, which takes place between breakfast and lunch. “Food for the brain” is how Sister Edina refers to it. We can see from the children's enthusiasm and commitment as they play games, sing, read, write and learn, just how important this daily intake of food really is. “Hunger is our enemy” we hear the children sing. As Sister Edina explains to us that for most of these children this afternoon's plate of nsiema will be the last thing they eat before tomorrow morning's portion of likuni, we fully realise for the first time in our lives what hunger really means.
Support for Aids orphan projects in Malawi
During our time in Malawi we became acquainted with three different projects:.
GAIA (Global Aids Interfaith Alliance) works in remote villages offering HIV prevention working with people living with AIDS. Sister Edina's “Orphans Care Project” provides sustenance for 1700 AIDS orphans in the Blantyre region.
Grace Chipondas “Mike's Heart Home” offers accommodation to between 4 and 6 AIDS orphans.
We can personally vouch for the effectivity of each of the three projects. Each of the three projects makes efficient use of donor's money. We worked on the ground with each of the projects. That is only one way of supporting the projects. A one-off or regular, monthly financial donation is another extremely effective way to support and help expand the valuable work done by these projects and to help secure a dignified future for the orphaned children.
You can support these valuable projects with a regular donation of €5, €10 or €20, or with a one-off donation to the following account:
Spenden für AIDS Waisen in Malawi
Raiffeisenbank Region Ried i.I. reg.Gen.m.b.H.
Bankstelle Neuhofen im Innkreis
IBAN: AT 20 3445 0001 0372 6742
BIC: RZOOAT2L450 (O=letter O, 0=zero)
A-4912 Neuhofen im Innkreis, Hauptstraße 8
Tel: +43 7752 83141 77
Fax: +43 7752 83145
